Mensch gegen Natur
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Was hat es uns gebracht?
Geheimnis der Okinawa
Beispiel Reisen

Bücher-Tipps
Link-Tipps




Themen
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Anfang
Abnehmen
Depression
Neuanfang
Neujahr
Vorsätze
wenn die Haut juckt


der Mensch von Tucholsky



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zitat

Es gibt im Leben Wunden,
die wie die Lepra, langsam,
in der Einsamkeit an der
Seele zehren.

- Sadegh Hedayat -

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wissen

Natur
Mensch
Okinawa
Ryukyu-Okinava Studien
Gemeinschaftsgefühl
Alfred Adler
Sozialraumorientierung
Klimawandel





Mensch gegen Natur

Wir Menschen haben in den letzten Jahrzehnten der Natur viel genommen. Nicht erstaunlich, wenn sie sich wehrt und sich in Form von Überschwemmungen und anderen Umweltkatastrophen wieder etwas zurückholen möchte. Wirtschaftswachstum um jeden Preis. Wann ist es genug?

Wir alle sind Natur

Der Mensch hat die Natur zubetoniert, man könnte auch sagen,
er hat seine Seele zubetoniert. Er scheint nicht mehr zu wissen
und nicht mehr zu spüren, wann es genug ist.

Durch Wirtschaftswachstum sagt man, hat der Mensch es heute
einfacher im Leben. Stimmt das?

Vielleicht wäre ja einfacher leben gar keine so schlechte Idee.

Denken wir nur einmal an all das, was produziert und gekauft wird,
das nie gebraucht wird.

Wieviel Vereinfachung würde entstehen, wenn wir in allen Bereichen
all das Überflüssige einfach weglassen würden?

Wieviel Energien und Zeit würde damit frei, damit wir uns auf die
wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren könnten?




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Was hat uns dieses Wachstum auch noch gebracht?
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Dass die Menschen nicht gesünder und nicht reifer werden,
dass sie zwar länger leben, aber auch einsamer und trauriger
sind.

Dass Depressionen und psychische Krankheiten zunehmen.

Dass Krankheiten noch aggressiver sind, weil das kleinste
Wehwehchen chemisch ausgelöscht werden muss und
nicht mehr gefragt wird, was das Symptom uns sagen will.

Dass die Schulmedizin zwar technisch enorme Fortschritte
gemacht hat, aber die wichtigsten Werte wie Gespräche,
Zuhören und Anamnese durch Geräte verdrängt wurden.

Dass Tomografien und OP's zu 50% nicht nötig wären,
sie dennoch durchgeführt werden, weil Mediziner damit
ein x-faches verdienen. Welche Kosten damit auch noch
hochgetrieben werden, spüren alle.

Dass kleine Dörfer und Bezirke aussterben, die Menschen
nicht mehr autark sind, keine Aufgabe mehr haben, Sozietät
verschwindet, weil sich alles in grosse Konzerne verlagert.

Dass kleine Gärten und Felder verschwinden, die einmal
Lebensaufgaben erfüllten, weil Geld nur noch in grosskotzig
Angebautes fliesst.

Dass durch Kostenersparnisse Werte wie Kreativität, Ideen,
Erfahrungen und soziale Orientierung verloren gehen.

Dass Geld lieber für Strassenbau und hässliche Betonklötze
freigesetzt wird als für soziale Begegnungsmöglichkeiten.
Oder wurde schon je einmal ein Café oder Restaurant
subventioniert?

Dass der Klimawandel katastrophale Folgen hat, die wir bereits
mit verschiedenen Wetterextremen zu spüren bekamen.

Dass viele Menschen leidenschaftslos in ihren Arbeitsstellen
dahinvegetieren, nur physisch da sind, nicht aber mit dem Herzen,
weil es an Sinn fehlt, weil die Arbeit nicht zum Menschen passt,
weil Talente und Stärken nicht eingebracht werden können ...



"Was haben wir von einer blühenden Wirtschaft, wenn es uns,
der Natur, nicht mehr gut geht?"


"Wie können wir Spuren hinterlassen, auf die wir stolz sein
können?"





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Das Geheimnis der Okinawa
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Vielleicht täten wir gut daran, uns wieder mehr auf unsere Wurzeln
zu besinnen, statt immer höher, weiter, grösser, mächtiger, billiger,
geiziger ...

... und uns andere Völker als Vorbild nehmen würden.

Auf Japans Inselgruppe Okinawa zum Beispiel gibt es mehr
Hundertjährige als sonst irgendwo auf der Welt. Und, was uns
aufhorchen lassen sollte, die Menschen dort sind gesund,
zufrieden und bis ins hohe Alter voller Lebensfreude.


Was ist anders auf Okinawa?

Eigentlich alles und doch nichts. Die Menschen leben, man könnte
sagen, ähnlich wie wir früher auf dem Land gelebt haben. Man pflegte
sein eigenes Gärtchen oder sein Feld, man konnte sich zu einem
grossen Teil selber versorgen, hatte gesunde Ernährung, viel frische
Luft, Bewegung, Gemeinschaft und eine Lebensaufgabe.

Gesunde Ernährung und Bewegung haben wir doch auch, denken
Sie, sowie Gemeinschaft, und der ein oder andere spürt vielleicht
sogar (s)eine Lebensaufgabe.

Bewegung besteht heute aus Hetzen, die "gesunde Ernährung"
kommt aus dem Supermarkt und die Gemeinschaft wird in
sozialen Netzwerken gelebt. Es besteht viel Druck, viel Müssen,
viel Angepasstheit, wenig Gefühl und Bezug zu dem, was
Wertvoll ist und für wirkliche Bedürfnisse.




Lebensstil

Altersforscher sprechen eine Vielzahl von Faktoren an, die eine
Rolle spielen für das gesunde Alter der Okinawa: Neben den
Essgewohnheiten und der Bewegung sind es Lebensstil, Klima
und Schlafgewohnheiten.

Das kleine Mittagsschläfchen oder die Siesta dürfen also durchaus
ohne schlechtes Gewissen genossen werden. Gerade nach dem
Essen ist das Dösen besonders wertvoll.




Arbeit und Soziale Bindungen als Lebenselixier

Die Menschen auf Okinawa haben einen grossen Gemeinschaftssinn.
Soziale Kontakte, ein Netzwerk aus Familie, Freunden und Bekannten
ist für sie ebenso wichtig, wie die Kontakte auf dem Markt, auf der
Strasse, im Restaurant, bei Spiel und Tanz.

Bis ins hohe Alter werden Garten oder Feld selber bestellt, fährt der
Fischer aufs Meer, der Gemüsehändler auf den Markt.

Das ist ein Teil des sozialen Gefüges, Leben wird lebenswert durch
das Mitmachen, durch die Arbeit, durch das Gemeinschaftliche, das
Teilen, einander helfen..., durch all die sozialen Aktivitäten im Kleinen.

Spüren, dass man gebraucht wird, dass das Einbringen seiner ganz
persönlichen Stärken und Fähigkeiten Sinn macht, dass Erfahrungen
Werte sind, dass Teilen, Mitteilen, Mitmachen, Mitverantworten und
Mittragen wichtige Faktoren sind, die helfen, gesund alt zu werden.

Bei uns sind bereits Fünfzigjährige auf dem Arbeitsmarkt schwer
vermittelbar. Nicht nur auf Okinawa, sondern in ganz Japan ist
es üblich, ältere Menschen in Arbeitsprozesse zu integrieren.
Auch mit über achtzig erscheinen viele an einem Tag die Woche
an ihrem Arbeitsplatz.

Erfahrungen, Geduld und Umsichtigkeit werden wertgeschätzt.



Gemeinschaftsgefühl

Schon der österreichische Arzt und Psychotherapeut Alfred Adler
schenkte dem Gemeinschaftsgefühl eine grosse Bedeutung. Ein
wenig ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl oder ein Mangel an
Gemeinschaftsgefühl könne Auswirkungen auf die Gesundheit
haben.




Jeder hilft jedem

"Ohne Hilfe der anderen kannst du nicht leben", sagt ein okinawisches
Sprichwort.



Die Bank der kleinen Leute oder umweltfreundliche Nahrungskette

Werden bei uns Einkäufe in grossen Supermärkten getätigt, welche
Waren von überall aus der Welt anbieten, wird die Ware in Okinawa
von ortsansässigen Bauern oder Nachbarn bezogen. Auch und vor
allem Restaurantbesitzer begünstigen die umliegenden Geschäfte.

Das gehört mit zum ökologischen und sozialen Denken.

Wenn wir bedenken, dass hier vieles aus Übersee gekauft und
angeboten wird, obwohl wir genug eigene gute Produkte haben.

Und ist es schlussendlich wirklich billiger?

Waren, die chemisch hochgezüchtet werden, die weit transportiert
werden müssen, keinen Nährwert mehr enthalten und zu dieser wir
keinen Bezug mehr haben, schaden schlussendlich nicht nur der
Gesundheit, sondern dem ganzen System.

Und auf welche Kosten geht das?



Buch-Tipp:

So werden Sie 100 Jahre:
Das Geheimnis von Okinawa








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Beispiel Reisen
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Beispiele in denen der Mensch gegen die Natur und damit gegen
sich selber arbeitet, gibt es viele. Und solange billig produziert
wird, leidet Qualität, Umwelt und der Mensch.

Werte gehen verloren.

Nehmen wir einmal das Beispiel der Fluggesellschaften. Fliegen
ist zur Massenware geworden. Fast jeder kann sich heute einen
Flug leisten oder mehrere pro Jahr. Die Menschen wollen nicht
nur in kürzester Zeit von A nach B gelangen und wenig dafür
bezahlen, sondern in kurzer Zeit auch mehr sehen und erleben.

Noch mehr!

Durch das "Noch mehr" geht das Gefühl für die Einmaligkeit eines
Ortes oder einer Reise verloren. Reiseziele werden konsumiert,
die Menschen hecheln von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit
nur um ein Bild zu knipsen und es auf Facebook zu posten.


Was ist nur aus dem Menschen geworden?

Trotz Wissen um die Konsequenzen des Fliegens und trotz der
Sorgen, die wir uns machen, frühestens bei Beginn der Ferien
sind diese verschwunden.

Dass durch den Massentourismus die Umwelt leidet, wissen wir.

Doch auch die Erschwernisse für den Menschen nehmen damit
zu. Längere Wartezeiten, umständlichere Sicherheitschecks und
auch für beliebte Reiseziele wird der immer grössere Ansturm mit
mehr Kontigentierungen einhergehen.

Billigflugreisen haben zudem Werte verloren wie: Komfort und
Einzigartigkeit
. Verpflegung an Bord, kostenlose Transporte des
Gepäcks und manchmal auch die kompetente und anständige
Behandlung der Passagiere liegen bei solch tiefen Preisen nicht
mehr drin. Wie sollte es anders sein, Kostenersparnissen gehen
immer auf Kosten der Mitarbeiter/innen.

Flüghäfen sind zu grossen Einkaufs- und Erlebnisparks geworden,
damit Passagiere noch lieber Wartezeiten in Kauf nehmen.

Der Mensch scheint so teilnahmslos teilzunehmen. Es scheint
ihm egal zu sein, was ihm vorgesetzt wird, wie und wo er hin-
und durchgelenkt wird.

Roberto Zimmermann berichtet in seinem Artikel der Nzz am
Sonntag, dass wer mit einer grossen Billigfluglinie von Nantes
abfliegen möchte, werde vor dem Besteigen des Flugzeuges
in einem unbeleuchteten Käfig unter den eigentlichen Gate
eingesperrt. Dort müssten Passagiere warten in Kälte oder
Hitze bis das Flugzeug bereit sei zum Boarding.

Wer sich für die Option "schnelles Boarden" entschieden habe,
befinde sich derweil in einem Käfig im Käfig, den sie immerhin
vor den anderen Passagieren verlassen dürfen.

Viele Reisende würden nicht mit der Wimper zucken, wenn
auch eine Speichelprobe verlangt würde, lesen wir weiter in dem
Bericht von Roberto Zimmermann, der in der Nzz vom Sonntag,
in der Juniausgabe 2013 erschienen ist unter dem Titel:

"Unterwegs als Massenware".



Sie haben auch ein Beispiel erlebt?

Haben Sie selber ein ähnlich negatives Beispiel erlebt? Wenn Sie
eines zum Erzählen haben, dann schreiben Sie mir doch einfach
mit einer Einwilligung zur Veröffentlichung auf dieser Website:

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Die Preise, die wir bezahlen für eine Entwertung unserer selbst
sind noch offen.





Fazit
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Beziehen wir unsere nächste Umgebung, die Menschen, die hier
arbeiten und arbeiten wollen, wieder mehr mit ein in unsere Lebens-
und Arbeitsprozesse, bieten wir ihnen Möglichkeiten, ihre Ideen zu
verwirklichen und gute und sinnvolle Produkte herzustellen.

Fördern wir wieder mehr das "Kleine", damit Dörfer und Bezirke
autarker leben können, damit Gemeinschaft wieder Sinn macht.

Fangen wir bei uns selber an und unterstützen wir bei unserem
nächsten Einkauf den Bio-Bauern um die Ecke oder den Bäcker
im Bezirk, das Restaurant, das einheimische und regionale
Produkte anbietet.

Lernen wir wieder Sinnstifter zu sein, machen wir aufmerksam
und motivieren zum Mitmachen.

Lernen wir wieder Qualität schätzen und damit uns selber.

Verbummeln wir nicht zur Massenware.

Weniger kann mehr sein.

Hinterlassen wir Spuren, nicht nur Staub.


(Artikel geschrieben von Monika Minder, Juni/Juli 2013)




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Link-Tipps
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Wachstumskritik
Zeit online.

Kinder raus in die Natur
Geo.de

Billigflieger
Der ökologische Verkehrsclub.

Mode Zukunft
Interview mit dem Nachhaltigkeitsexperte
Michael Schragger.




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Bücher-Tipps
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Spuren statt Staub: Wie Wirtschaft Sinn macht






Naturtourismus






Warum Künstler die glücklicheren Menschen
sein könnten: Der Künstlerberuf aus
psychologischer Perspektive







Krankheit als Symbol:
Ein Handbuch der Psychosomatik.
Symptome, Be-Deutung, Einlösung.













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